CRS/FATCA

CRS/FATCA (Foreign Account Tax Compliance Art) ist ein US-Gesetz, das mit dem Ziel verabschiedet wurde, weltweit die in den USA steuerpflichtigen Personen und Unternehmen zur Einhaltung ihrer Steuerpflichten anzuhalten. Mit der Umsetzung dieses amerikanischen Steuergesetztes werden die Finanzinstitute auf der ganzen Welt verpflichtet, den amerikanischen Steuerbehörden die Daten und Konten von US-Steuerpflichtigen ("US-Persons") zu melden.
 

FATCA ist ein im März 2010 in Kraft getretenes US-Gesetz zur Erfassung von Vermögenswerten von den in den USA steuerpflichtigen Personen und Gesellschaften auf Konten im (US-)Ausland.
Es verfolgt das Ziel die grenzüberschreitende Steuerhinterziehung in den USA nachhaltig zu bekämpfen.

Angelehnt daran ist im Jahr 2015 der CRS (Common Reporting Standard) entstanden. Er bezeichnet ein Abkommen, das weltweit den automatischen Informationsaustausch für Kontoinformationen regelt, um Steuerhinterziehung zu vermeiden. Bisher haben rund hundert Länder diese Vereinbarung unterschrieben.

Kern von CRS bzw. FATCA sind erweiterte Melde- und Berichtspflichten von Banken und sonstigen Finanzinstituten im Ausland gegenüber anderen ausländischen Steuerbehörden bzw. der amerikanischen Steuerbehörde (Internal Revenue Service - IRS).

Die maßgeblichen Bestimmungen und weitere Informationen zu FATCA erhalten Sie direkt bei der US-amerikanischen Steuerbehörde. Sie finden Sie unter www.irs.gov/FATCA.

Umfangreiche Informationen zu CRS finden Sie hier: http://www.oecd.org/tax/automatic-exchange/common-reporting-standard/ und http://www.oecd.org/ctp/exchange-of-tax-information/standard-fur-den-automatischen-informationsaustausch-von-finanzkonten.pdf 

Betroffen sind:

  • kapitalbildende Lebensversicherungen und Rentenversicherungen im pAV-Bereich 

    (pAV = private Altersvorsorge)  

  • Riester- und Rürup-Renten, sofern in mindestens einem Jahr Beiträge in Höhe von 50.000 Euro oder mehr gezahlt wurden.
  • Pflegerentenversicherungen

     

Nicht von CRS/FATCA betroffen sind:

  • Risiko-Lebensversicherungen
  • selbstständige BU- und EU-Versicherungen
  • Pflegeversicherungen
  • Produkte der bAV (bAV = betriebliche Altersvorsorge)

Laut Gesetz müssen die sogenannten „Account Holder“ auf eine mögliche US-Steuerpflicht bzw. andere ausländische Steuerpflicht geprüft werden. Hierunter wird jede Person verstanden, die berechtigt ist, auf den Barwert des Vertrags zuzugreifen oder den Begünstigten des Vertrags zu ändern. 

 

Bei Fälligkeit des Vertrages gilt jede Person, die vertragsgemäß einen Anspruch auf Erhalt einer Zahlung hat, als Account Holder. 

Kontoinhaber nach CRS/FATCA:Keine Kontoinhaber nach CRS/FATCA:
VersicherungsnehmerVersicherte Person
Zukünftiger/neuer VersicherunsgnehmerBeitragszahler
Unwiderruflich Begünstigte im LeistungsfallWiderruflich Begünstigte während der Vertragslaufzeit
Leistungs-/Zahlungsempfänger

 

 

Alle als im Ausland steuerpflichtig identifizierten Account Holder melden wir jährlich an die deutsche Steuerbehörde. Dies gilt auch für Personen, die uns erforderliche Auskünfte nicht erteilen.

Eine Person gilt als im Ausland (ohne USA) steuerpflichtig, wenn sie im Ausland steuerlich ansässig ist. Ein Indiz hierfür ist beispielsweise ein ausländisches Wohnland oder eine ausländische IBAN.

Eine Person gilt als „US-Person“, wenn sie der US-Steuergesetzgebung untersteht. Dies kann zum Beispiel aus folgenden Gründen der Fall sein:

  • Sie ist US-amerikanischer Staatsbürger (inklusive doppelter oder mehrfacher Staatsangehörigkeit).

  • Sie ist Inhaber einer US-Aufenthaltsbewilligung ("Greencard").

  • Sie hat Ihren Wohnsitz in den USA.

  • Sie hält sich für einen wesentlichen Anteil von Tagen des Jahres physisch in den USA auf. Das heißt zum Beispiel im laufenden Jahr mindestens 183 Tagen.

  • Sie ist eine Person, die aus irgendeinem anderen Grund den US-amerikanischen Steuergesetzen untersteht. Dies kann beispielsweise aus folgenden Gründen der Fall sein: (Doppelwohnsitz, Abgabe der Steuererklärung gemeinsam mit einer „US-Person“ (z.B. mit dem Ehepartner))

 

Kann der Kunde die Frage nach der steuerlichen Ansässigkeit nicht eindeutig beantworten, empfehlen wir ihm, sich an seinen Steuerberater zu wenden. Er kann mit dem Kunden zusammen klären, ob er unter die Definition einer „US-Person“ oder einer „ausländischen Steueransässigkeit“ fällt.

Ab sofort benötigen wir bei der Anfrage- bzw. Antragsaufnahme eine unterschriebene Selbstauskunft des Kunden. Hierfür muss der Kunde beantworten, wo er steuerlich ansässig ist. Im Ausland steuerlich ansässige Personen müssen zudem ihre Steuernummer offen legen.

 

Falls Hinweise auf eine mögliche Auslands-Steuerpflicht bestehen, fordert der Fachbereich der VORSORGE Zusatzangaben an. Hinweise können sich aus der Beantwortung der Fragen oder sonstigen Antragsangaben (z.B. ausländische Anschrift, Geburtsland USA) ergeben. Eine bekannte Steuernummer kann bei Anfrage- bzw. Antragsaufnahme im CRS/FATCA-Block vermerkt werden.

Die Bestandsprüfung erfolgt durch den Fachbereich. Hierbei wird eine maschinelle Suche nach Indizien (z.B. ausländische Anschrift, ausländische IBAN, US-Staatsbürgerschaft, US-Telefonnummer, etc.) vorgenommen.

Bei der Überprüfung von größeren Kundenverbindungen, das heißt, Kunden mit Versicherungen im Gesamtwert von mehr als einer Million US-Dollar, schreibt der Fachbereich die zuständigen Vermittler persönlich an.

Um CRS/FATCA-konform zu bleiben, müssen bei allen Bestandskunden zukünftige Änderungen, die zu einer ausländischen Steuerpflicht führen können (z.B. Umzug in ein anderes Land), identifiziert und geprüft werden. Daher ist es wichtig, dass alle Indizien elektronisch erfasst werden.

Neue Versicherungsnehmer (VN-Wechsel) und privaten Abtretungsgläubiger müssen ebenfalls die FATCA-Fragen beantworten. Unwiderruflich Begünstigte werden im Leistungsfall befragt.

Auszahlungen von Versicherungen mit Beginn vor dem 01.07.2014:
Hier erfolgt eine maschinelle Prüfung, ob Auslands-Indizien zur FATCA-relevanten Person vorliegen. Bei Auszahlungen von mehr als einer Million US-Dollar werden ggf. die jeweiligen Kunden angeschrieben.

Auszahlungen von Versicherungen mit Beginn ab dem 01.07.2014:
Bei Auszahlungen an eine Dritte Person prüfen wir den jeweiligen Leistungsberechtigten auf eine mögliche ausländische Steuerpflicht. Hierfür ist die aus dem Neugeschäft bekannte CRS/FATCA-Frage nach der steuerlichen Ansässigkeit zu beantworten.

Alle als auslandssteuerpflichtig identifizierten Personen melden wir jährlich an die deutsche Steuerbehörde. Dies gilt auch für Personen, die uns erforderliche Auskünfte nicht erteilen.


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